Sprachsuche: Die Zukunft der Suchmaschinen

Der Suchmaschinenmarkt ist lebendiger denn je. Google ist nicht mehr unumstritten. In China ist Baidu die stärkste Suchmaschine, Microsoft gewinnt mit Bing immer mehr Marktanteile dazu und auch Apple und Facebook arbeiten an eigenen Suchmaschinen.

Warum dieser Aufwand? Ganz einfach, die Suchanfragen der Nutzer bringen das, was für Internet-Unternehmen am wertvollsten ist nämlich Daten. Die gewonnenen Daten geben Aufschluss über das Verhalten, die Bedürfnisse und die Wünsche eines möglichen Kunden. Hier entsteht eine klassische Win-Win-Situation: Internetsucher wünschen sich ein möglichst personalisiertes Nutzungserlebnis – denn Freizeit ist kostbar und will nicht von irrelevanten Informationen geschmälert werden. Auf Suchanfragen sollen die Inhalte angezeigt werden, die den Suchenden bestmöglichst zufriedenstellen. Damit gewinnen der Nutzer, die Suchmaschine und die Werbetreibenden. Diese können konkrete Produkte oder Dienstleistungen – die dem aktuellen Bedarf des Kunden entsprechen – anbieten. 

Mobile Suche wird immer wichtiger

Google dominiert den Suchmaschinenbereich für Desktopcomputer immer noch mit großem Abstand. Hier wird es für Mitbewerber schwierig große Marktanteile zu gewinnen. Doch der Trend geht immer mehr Richtung mobile Suche, dort haben andere Anbieter Aufhol-potential. Denn gerade bei Mobilgeräten tendieren Nutzer dazu, die Standardeinstellungen des Mobiltelefons beizubehalten. Apple-Nutzern ist vielleicht aufgefallen, dass der digitale Personal Assistant Siri kein Google nutzt – sondern Bing. Der mobile Browser des iPhone’s Safari nutzt hingegen Google als Standard suche. Diese Features lässt sich Apple von den beiden Mitbewerbern natürlich kräftigst entlohnen.  Es bleibt aber nur eine Frage der Zeit, bis Apple diesen Markt mit einer eigenen Suchmaschine bearbeitet.

Doch auf Mobilgeräten nutzt man nur selten und ungern die Texteingabe. Die Displays sind klein, es gibt keine physische Tastatur und Tippfehler sind häufig. Suchen mit Spracheingabe ist deutlich einfacher.

Sprachsuche hat enormes Potential

Eine Studie in den USA, die von Google auf dem Google Official Blog veröffentlicht wurde, zeigt: Über 50% der Teenager nutzen die Sprachsuche täglich. Auch erwachsene Amerikaner nutzen die Sprachsuche regelmäßig, 41% davon sogar täglich. Suchanfragen über die Stimme geben der Suchmaschine auch viel mehr Informationen als klassische textbasierte Eingaben.

Während Nutzer Ihren digitalen Personal Assistant – egal ob dieser jetzt Siri, Cortana, OK Google oder Alexa heißt – fragen: “Wo ist die nächste Pizzeria?” dominiert bei der Suchanfrage die Kombination “Pizzeria Musterort“. Die Suchmaschine weis bei der Texteingabe also nicht ob der Nutzer jetzt eine Pizza essen möchte, sich über Pizzerias im Einzugsgebiet informieren oder ob er eine bestimmte Pizzeria sucht. Bei der Sprachsuche ist das Ergebnis deutlich klarer.

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Laut Microsoft sind über 70% der Sprachsuchen ortsbezogen und enthalten mehr Wörter als Textanfragen, also ideal für Marketingmaßnahmen.

Suchmaschinen integrieren sich ins Betriebssystem

Was macht der Nutzer mit seinem Smartphone, welche Apps hat er installiert, welche Videos schaut er an, welche Musik hört er, welche Artikel liest er wie lange ist er online, wo arbeitet er, ist er ein Autofahrer oder ein Radfahrer? Das alles weis das Betriebssystem unseres Smartphones über uns. Sobald die Anbieter es schaffen diese Daten mit den Suchanfragen des Nutzers zu kombinieren, entsteht ein personalisiertes Suchergebnis das die Interessen des Nutzers optimal erkennt. Werbetreibende können diese anonym gewonnen Daten dann nutzen um noch gezielter Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Ein großer Vorteil für Apple und Google und einer der Gründe, warum Microsoft so stark in den Smartphone-Betriebssystememarkt drängt und Amazon sich immer mehr der Geräteherstellung widmet.

Personalisierung als Chance

Für manche mag die Vorstellung einer noch weitergehenden Personalisierung des Nutzererlebnisses im Internet eine Schreckensvorstellung sein. Menschen bekommen nur mehr das angezeigt was sie interessieren könnte und in ihr Profil passt. Nutzer leben daher immer mehr in ihrer eigenen Realität, alle Inhalte die Algorithmen für nicht relevant erachten werden gefiltert. Die meisten Menschen wollen aber hauptsächlich eines: Einfach uns schnell die Dinge finden, die sie suchen. Diese Einfachheit kann durch Personalisierung erreicht werden, dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten.

Nutzen wir also die Chancen dieser neuen Technologien – bleiben aber trotzdem kritisch und holen uns ständig neue Eindrücke, auch außerhalb unserer gefilterten Internetblase!

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